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ARP: H(SV)offnungsträger mit hARPune!

Im großen Roman "Moby Dick" von Hermann Melville und dessen Verfilmung mit dem charismatischen Captain Ahab ist die hARPune das Schlüsselinstrument, die Waffe. Zuletzt sogar wieder an der Ostsee bei der 8.Warnemünder Sandwelt-Ausstellung, die am 5. November endete, ein Hingucker. Am 4. November feierten Fußballfans des Hamburger SV ihren neuen Hingucker, ihren jüngsten HSV-LieblingSpieler Jann-Fiete Arp (17), als dieser den 3:1-Siegtreffer zielsicher wie eine hARPune gegen den VfB Stuttgart markierte.

 

So eindrucksvoll der Youngster den Ball im Netz des gegnerischen Tores versenkte, so unwiderstehlich dieser 17-jährige Gymnasiast den Ball elegant verarbeitend hinter die Ziellinie bugsierte, so hochemotional hARPunierte er sich damit in die Herzen aller HSV-Sympathisanten. Mehr noch: Das unbekümmerte Toptorjäger-Talent, geboren in Bad Segeberg, aufgewachsen im 10.000 Seelen-Städtchen Wahlstedt, bis zum 10. Lebensjahr für den SV Wahlstedt am Ball, schoss sich auch in die Herzen derer, die bisher keine Beziehung zum HSV pflegten. Zumindest soweit es sich um Fußballliebhaber handelt.

 

Heimatfolklore

Ganz besondere emotionale Nähe empfinden natürlich alle Wahlstedter. Ihr Fiete, der kleine Knirps, der schon als Bubi im SVW-Trikot für Entzücken sorgte mit seiner besonderen Ballbehandlung und Bewegungsart - dieser Bursche bombte in der Bundesliga ein Stück weit auch Wahlstedt aus der ländlichen Anonymität. Fußballobmann Hans-Peter Hall weiß zu berichten, "wie sehr sich hier alle mit Fiete freuen über seinen tollen Werdegang beim HSV". Als Boris Becker einst als 17-Jähriges Tennistalent Wimbledon gewann, wurde auch sein Heimatort Leimen auf die Sportlandkarte gehievt. Es wird nicht lange dauern, dann werden die Spurensucher auch in Wahlstedt unterwegs sein. So wie sportmitspirit hier erste Eindrücke verarbeitet.

 

Heimatklub 

Stefan Willer, Timo Schröder, Jens Thomsen, Bastian Kellerer, Mario Hauke, Thorsten Lucas – Namen, die aus der Anonymität ins Feld geführt werden von Michael Neumann (siehe Foto), Seniorenobmann des SV Wahlstedt: „Das sind die Jugendtrainer, die Fiete trainiert haben.“ Stolz und Freude beseelt die Wahlstedter Fußballer ob des grandiosen Aufstiegs ihres ehemaligen Bubi-Kickers. Neumann traf den ehemaligen SVW-Minifußi sogar auf großer Bühne wieder. Er war als SVW-Delegierter der DFB-Einladung im September gefolgt, als Arp vom DFB die Fritz-Walter-Medaille in Gold überreicht wurde. Neumann erinnerte sich an Arps SVW-Wurzeln auf Nachfrage von sportmitspirit: „Fiete war eingentlich immer mit 98ern und 99ern zusammen, hat also immer 1 Jahrgang übersprungen. 2007 wurde Fiete in die Kreisauswahl berufen, und wechselte dann 2010 zum HSV.“

 

Kurzinterview mit Michael Neumann vom SV Wahlstedt, der als Klubdelegierter vom DFB zur Preisverleihung von Fiete Arp in Stuttgart eingeladen war:

Hallo Michael, kanntest du Fiete bereits als Wahlstedt-Bubi-Kicker? Oder was hast du von SVW-Vereinskollegen gehört?

 

Ich war damals noch nicht im Klub als Verantwortlicher, aber sein damaliger Trainer Timo Schröder berichtete mir jetzt, dass sich Fiete als Jüngster auch körperlich in der Mannschaft durchzusetzen wusste. Fiete ist ja ein 2000er Jahrgang und spielte damals mit den 1998/-99ern.

 

Wie hast du Fiete persönlich erlebt in Stuttgart bei der Ehrung zum goldenen Talent?

 

Gemeinsam mit seiner Familie haben wir an einem Tisch gesessen. Ich habe Ihn da ganz normal und vernünftig erlebt.

 

Habt ihr schon ein signiertes Trikot von ihm oder dem HSV angefragt?

 

Nein, und wenn dann würden wir es direkt bei Ihm anfragen. Aber das steht nicht an oberster Stelle. Vielmehr haben wir ihm ein Trikot von unserem Klub SV Wahlstedt überreicht in Stuttgart.

 

 

Hrubesch-Bääähm! 

Ein 17-Jähriger als neuer großer Hoffnungsträger! Für eine lang herbeigesehnte neue HSV-Ära? Als der Nachwuchsfußballer vom DFB die Fritz-Walter-Medaille in Gold überreicht bekam, war DFB-Sportdirektor und Ex-HSV-Legende Horst Hrubesch voll des Lobes. Hrubesch hielt nicht hinter dem Berg mit seiner Wertschätzung und wählte auch keine der üblichen beschwichtigenden pseudopädagogischen Aussagen, als er frohlockte: "Ich glaube, dass er dem HSV den Weg nach oben ebnen kann", und weiter: „Arp hat eigentlich alles". Rumms! So ein Statement hat Gewicht. Bääähm! Ballast? Nein, beflügelnde Bemerkungen von höchster Stelle. 

 

Arp-Auftritt

Beste Performance: Der selbstbewusste Kapitän der deutschen Junioren-Nationalmannschaft empfand den Ritterschlag des Ex-HSV-Kopfballungeheuers als Ermutigung, und konterkarierte damit die Schar der überpädagogisierenden Mahner und Bedenkenträger, die im Fußball allzuoft am Ball sind bzw. im Abseits agieren. Mit Hrubeschs Worten im Gehörgang legte der Youngster im Volksparkstadion los wie ein alterfahrener Stürmerstar. Sein Treffer zum 3:1-Endstand war an Können und Abgeklärtheit nicht zu toppen. Merke: Durchschnittlich begabte Spieler tragen schwer an wundersamen Wertschätzungsworten wie von Hrubesch hochgelobt. Toptalente wie Arp nehmen solche wie eine Maßflanke auf und hARPunieren zielsicher.

 

Arp: Aura & Abi

Neben Arps komplettem Fußballtalent-Spektrum fällt besonders sein Persönlichkeitsprofil auf. Wer dem Burschen tief in die Augen schaut, erkennt das Außergewöhnliche, was diesen Teenager ausmacht. Egal ob beim Saisonvorbereitungsturnier im Dorf Ochtmissen in Lüneburg im Sommer 2016 (wo sportmitspirit Arps Spitzenklasse bestaunte), bei der DFB-Talentkür im September 2017 auf der Bühne (wo Arps besonderer Blick jedem Psychologen als Indiz für einen seltenen Reifegrad ins Auge gefallen sein dürfte) - oder auf dem Rasen in diesen Tagen in der Bundesliga: Arps Aura ist unübersehbar. Smart und selbstbewusst zugleich ist der Holsteiner unterwegs. Nebenbei auch, um im Frühjahr sein Abitur am Gymnasium Heidberg zu meistern.

 

hARPune braucht Flaggschiff

Als Zehnjähriger machte sich der dunkelblonde Stürmer aus dem etwa 65 km vom Volksparkstadion entfernten Heimatstädtchen auf den Weg. Als 17-Jähriger avanciert der jugendliche Modellathlet nun zum Hoffnungsträger für die HSV-Fans. Bleibt zu betonen, dass er in der Tat das Profil dafür mitbringt. Allerdings muss das HSV-Management schleunigst weitere Personalien im Kader verändern, damit die hARPune auch auf einem gut gerüsteten Flaggschiff auf Jagd gehen kann. Am besten wird der Kader in der Winterpause nochmals nachjustiert. Empfehlenswert wäre ein Verkauf von Wood, dafür dann lieber den U21-Knipser Törless Knöll als Backup positionieren. Knöll ist athletisch und total auf Torerfolg fokussiert. Mindestens ein Versuch wert!

 

Fußstapfen 

Toni Kroos, Mario Götze, Julian Draxler – das sind Arps Vorgänger aus der DFB-Gold-Medaillenschmiede der Toptalente. In der ewigen Bundesliga-Torschützenliste der jüngsten Knipser hat sich der aus dem schleswig-holsteinischen Wahlstedt stammende Arp auf Rang 7 hARPuniert. Seinen beiden ersten Bundesligatreffern werden weitere folgen, das ist sicher. 

 

Die jüngsten Bundesliga-Torschützen im Überblick:

  1. Nuri Sahin/Borussia Dortmund: 17 Jahren, 2 Monate und 21 Tage
  2. Julian Draxler/Schalke 04: 17 Jahre, 6 Monate und 12 Tage
  3. Timo Werner/VfB Stuttgart: 17 Jahre, 6 Monate und 16 Tage
  4. Christian Pulisic/Borussia Dortmund: 17 Jahre, 6 Monate und 30 Tage
  5. Lars Ricken/Borussia Dortmund: 17 Jahre, 8 Monate und 1 Tag
  6. Ibrahim Tanko/Borussia Dortmund: 17 Jahre, 8 Monate und 7 Tage
  7. Jann-Fiete Arp/Hamburger SV: 17 Jahre, 9 Monate und 22 Tage
  8. Kai Havertz/Bayer Leverkusen: 17 Jahre, 9 Monate und 25 Tage
  9. Mark-Andre Kruska/Borussia Dortmund: 17 Jahre, 10 Monate und 22 Tage
  10. Rüdiger Abramczik/Schalke 04: 17 Jahre, 10 Monate und 25 Tage

 

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