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High.Higher. Heynckes?

Hallo, Herr Heynckes! Ciao, Carlo!

Der FC Bayern München hat den 72-jährigen Jupp Heynckes als Nachfolger von Carlo Ancelotti präsentiert. Highlighter am Himmel des Fußballs, bayrischer Bundesliga-Burner - oder doch nicht mehr als eine Kumpelkompanei ohne kreativen Kick? In jedem Fall eine altmeisterliche Maßnahme inmitten einer Zeit, die geprägt ist von neuen jungen Trainern und neuen Medien.

 

Freundschaft

Heynckes selbst bezeichnet seine Rückkehr auf den Rasen, wo längst ein rasanteres kollektives Tempo herrscht als noch vor Jahren, als einen "Freundschaftsdienst". Aber die Nachfrage sei erlaubt: Seit wann sind Freundschaftsdienste millionenschwer? Auch die Jobvermittlung von Heynckes für seinen Freund Peter Hermann ist unter Freundschaftsdienst zu verbuchen – übrigens ebenfalls eine millionenschwere Rechenaufgabe (Ablösesumme an Fortuna Düsseldorf + Gehalt). Hoeneß, Heynckes, Hermann = alles ziemlich beste Freunde. Da wird es nachvollziehbar, dass Kabarettist und Fußballprofi-Inspirationstrainer David Kadel (www.davidkadel.de oder www.kadelfernsehen.de) auf Facebook mit einer Plakatsatire des Kinoklassikers von "Ziemlich beste Freunde" reagierte. Nun sei festgehalten: Freundschaft ist ein hohes Gut. Unbezahlbar. Hier hat es allerdings ein moralisches Beigeschmäckle ...

 

Zeitlos

Rein sportlich ist die Ausgangslage schnell skizziert: Die Bayern-Elf hat unspektakulären Fußball unter dem geschassten Erfolgstrainer Carlo Ancelotti auf den Rasen gebracht. Uninspiriert und irgendwie selbstgefällig. Die Ansammlung einer Vielzahl von Individualisten mit internationaler Klasse auch in der Breite des Kaders hatte lange verhindert, in der Bundesliga Schwächen zu offenbaren, die von den deutschen Erstligisten genutzt werden konnten. Die jüngsten Misserfolge spülten nun den ältesten verfügbaren Ancelotti-Nachfolger ans Land. Fußball ist und bleibt also immer irgendwie auch zeitlos.

Der Blick zurück - als die Bayern mit Heynckes 2013 den Triple-Triumph (Dt. Meister, DFB-Pokal, Champions League) feierten, zeichnet ein glorreiches Szenario. Einen Impressario vergessen Fans, Funktionäre und Medien dabei allerdings viel zu oft: So war der nie auf Sympathiefang ausgerichtete progressive Matthias Sammer als FCB-Sportchef ganz nah am Team als Motor und Mahner auf der Kommandobrücke.

Sammers Portfolio: Top-Spieler + Top-Trainer + Top-Analysator.

 

Hunger, Hirsche, Hierarchie

Nicht zu vergessen auch die Tatsache, dass die einstigen hungrigen Heynckes-Helden in kurzen Hosen durch den WM-Titelgewinn 2014 vielleicht stark verändert daherkommen. Verändert auch die Hierarchie der Hirsche auf dem Platz. Sind doch beide Kapitäne aus der Titel-Ära, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger, längst Geschichte.

 

Welcome-Welle

Dass nun unter Heynckes (vor 4,5 Jahren!) Franck Ribery und Jerome Boateng Lobeshymnen als Willkommensgrüße öffentlich platzieren, spricht für den in seinem Menschenführungsstil gerühmten Altvorderen. Auch Mats Hummels hat sich zu Wort gemeldet pro Heynckes. Erleichtert, dass sein Ex-Trainer Thomas Tuchel aus gemeinsamen BVB-Zeiten nicht an der Säbener Straße Säbel rasselnd und alles hinterfragend als neuer Coach anheuerte? Reichen all diese verbalen Welcomes, um auch die ganz große sportliche Wende auf Bundesliga- und Champions League-Bühne als Hoffnung zu schüren? Bedenken besetzen das Denken, da bestehen keine Zweifel. Sogar die Prognose sei erlaubt: Europäisch wird nichts gerissen. Mutiger ist da schon diese Ansage: Sogar in der Bundesliga wird es nicht zum Titelgewinn reichen.

 

Boatengs Brillencollection

Spannend: Wie fallen die Reaktionen der etwa 8,6 Millionen Online-Anhänger von Boateng und die ca. 3,3 Mio. von Ribery auf den Social Media Kanälen Facebook und Instagram aus? Pressing und Presselawinen sind zweierlei, heute mehr denn je. Behält Heynckes den Durchblick bei den vielfältigen neuen Medien? Kann Boatengs neue Brillencollection - #edeloptics und www.teamjb17.de - Heynckes dazu veranlassen, neue Sichtweisen in den Blick zu nehmen?

 

Hashtag Hummels

Und wenn Mats Hummels in der Pressekonferenz vor einem Spiel Fragen zu seinem Instagram-Video mit dem waghalsigen Sprung vom Geländer seines kroatischen Luxusferiendomizils freimütig und mit einem PR-verschmitzten Augenzwinkern beantwortet – wird Heynckes das erfrischend finden und auf Facebook www.good-cama.com und das Kurzvideo liken und unter #goodcama oder #aussenrist15 Anteil nehmen? Oder schickt er Multi-Mats zum Abkühlen in die Eistonne. Alleine schon, um Innenverteidiger-Talent und Konkurrent bei Bayern wie der Nationalelf, Niklas Süle, nicht zu animieren, seinem Rivalen nachzueifern auf digitalem Terrain: Hummels hashtagt mit einer Fangemeinde von 1,6 Millionen Instagram-Insidern, #nsuele25 liegt aktuell bei 198 Tausend. Früher hatte Heynckes besonders auch ein Händchen für Youngster. Oder muss der Ex-Hoffenheimer mit dem mächtigsten Körper im Bayern-Kader ausharren bis Julian Nagelsmann im Sommer auf die Bayern-Bank wechselt?

 

Digis checken Heynckes-Hype

web-netz sports, die Unit der Online Agentur  www.web-netz.de  wird über die Entwicklung der Online-Zahlen auf den verschiedenen digitalen Feldern des FC Bayern München berichten, da ist sich die Szene sicher. Die Frage ist: Wird es einen digitalen Heynckes-Hype geben? Denn: Der FCB verfügt auch über ein großes und fachkundiges Marketing-Team auf allen Kanälen! Und Digitalmarketingexperten wie David Görges von Borussia Dortmund und Ex-Bayern-Profi Marcell Jansen hatten Ende September auf dem Top-Event von web-netz und der Leuphana Universität Lüneburg, der Online Marketing Konferenz, die Bedeutung für Bundesligisten bezüglich hashtags, Likes und Tweets eingehend erläutert: www.omk2017.de  #omk2017

 

Old School & Neue Medien

Schaun mer mal, welche Veränderungen losgetreten werden. Zuletzt hatte der Blog von web-netz sports am 21. September die Analysedaten zum Thema Fan-Reichweite der Bayern im Bundesliga-Ranking beleuchtet. Leuchtende Gesichtsröte kennzeichnete jahrzehntelang den stets Respekt und Würde verkörpernden Trainer Heynckes.

Gar großväterlich kommt das neue altbewährte FCB-Trainertrio daher: Hat sich Heynckes (72) doch seine ehemaligen Co-Trainer Hermann Gerland (63) und Peter Hermann (65) an die Seite geholt. Insgesamt 200 Jahre geballte Fußballfachkompetenz. Ob dadurch der Spirit im Team neu entfacht werden kann, darauf ist die Fußballwelt gespannt.

 

Heynckes-Highscore mit Trainertrikots?

Bringt das Trainersenioren-Trio die Digitalmarketing- und Merchandising-Experten vielleicht sogar auf Trab mit Blick auf das Segment der Silver Ager oder Golden Generation? Hilft Heynckes gar den Marketers, den engen Blickwinkel für Millenials und Digital Natives zu öffnen? Rüstige Rentner raus aus dem digiTAL?

Trainertrikots als neuester Trend und Merchandising-Topseller? In der heutigen digitalisierten Kommunikationsepoche wäre es auch nicht verwunderlich, wenn Heynckes' Markenzeichen, die Gesichtsröte, online präsente Unternehmen wie beispielsweise www.hautmeisterin.de bewegen würde, meisterliche Hilfe werbewirksam ins Spiel zu bringen.

 

Osram-Aktienkurs schwächelt

Da vielen auch noch Heynckes' Spitznamen Osram bekannt ist, wäre es naheliegend, wenn die Marketingexperten des ausgerechnet mit einer Firmenzentrale in München beheimateten Unternehmens Osram www.osram.de den neuen Bayern-Trainer als Markenbotschafter entdecken. Da der Münchner Lichttechnik-Spezialist zuletzt an der Börse schwächelte, siehe www.boerse-online.de, und andere FCB-Lichtgestalten längst riesige Schatten geworfen haben, könnten ausgerechnet die neuen Medien den ältesten Trainer mit Champions League-Charisma für sich ganz neu entdecken.

 

Trends und Fans

Warten wir also ab, ob Trendmaster und Szene-Digis wie Online Marketing Rockstars-Chef Philipp Westermeyer www.omr.com und die SPONSORs-Bosse Marco Klewenhagen und Philipp Klotz www.sponsors.de in Kürze digitale Steilpässe spielen. Schließlich hat der FC Bayern München weit mehr Anhänger in der digitalen Welt als Nachbar Österreich Einwohner: Etwa 8, 8 Millionen Österreichern stehen alleine 43,6 Millionen FC Bayern-Facebook-Fans gegenüber. Wie weit man auseinander liegen kann trotz geografischer Nähe: In Österreich schickt sich ein Youngster wie der 31-jährige Sebastian Kurz an, Kanzler zu werden. Heynckes könnte sein Opa sein!

Die Frage nach dem Sein -beantwortet der FC Bayern München als Marke mit Weltruf durch die Heynckes-Inthronisierung lokal und freundschaftlich orientiert. Der FCB zeigt dadurch auch und zuvorderst, dass er ein Fußballklub ist. Dass er ein überaus erfolgreiches mittelständisches Unternehmen und vor allem auch eine globale Marke ist, bedingt dabei besondere digitale Konsequenzen und Herausforderungen!

 

Gesellschaftspolitiker Hoeneß?

Vielleicht hat Klub-Patriarch Uli Hoeneß, 65, aber auch "modern" gehandelt, indem er seinen langjährigen Freund Jupp heimgeholt hat auf den Münchner Rasen - und rausholte aus dem Fußball-Rentner-Zuhause. Dieser Transfer entspricht durchaus dem aktuellen Alltag in der Arbeitswelt: Ältere, qualifizierte Arbeitnehmer folgen dem Ruf der Arbeitgeber, die sich deren Erfahrungsschatz zu eigen machen wollen. Ausgerechnet in einer Zeit mit extrem schnellem Veränderungstempo in Wirtschaft und Technik!

 

Ej, Alter! Was ist Alter?

Altersgrenzen in den Köpfen? Der amerikanische 91-jährige Unternehmer (C.V. Starr) Maurice Greenberg, ehemaliger CEO der AEG, meint dazu: "Die meisten europäischen Männer werden alt, wenn sie die 50 überschreiten. Sie denken, dass sie jenseits eines bestimmten Alters nicht mehr arbeiten können. Das ist Teil Ihrer Kultur." Auch unter diesem Aspekt lohnt es sich zu beobachten, wie Heynckes die schwere Aufgabe beim FC Bayern München meistert. Mit der Meisterschale am Saisonende oder sogar titellos im Triple-Schritt?